Klassen
Energieklassen
A++ bis G.
- Bundesländer
- 9von 9
- Begehung
- vor Ort
- Antwort
- innerhalbeines Werktags
- Ausstellung
- 5–10Werktage
- Gültigkeit
- 10Jahre
01 / Klassentabelle
Was die Klasse aussagt.
Die Skala ist normiert auf den Heizwärmebedarf am Standortklima (HWB,SK) in kWh pro m² Bruttogeschoßfläche und Jahr.
Klasse
A++
HWB,SK (kWh/m²a)
≤ 10
Charakterisierung
Passivhaus-Standard
Klasse
A+
HWB,SK (kWh/m²a)
≤ 15
Charakterisierung
Niedrigstenergie-Gebäude
Klasse
A
HWB,SK (kWh/m²a)
≤ 25
Charakterisierung
Sehr energieeffizient
Klasse
B
HWB,SK (kWh/m²a)
≤ 50
Charakterisierung
Mindestanforderung Neubau
Klasse
C
HWB,SK (kWh/m²a)
≤ 100
Charakterisierung
Mittlere Effizienz
Klasse
D
HWB,SK (kWh/m²a)
≤ 150
Charakterisierung
Mäßig, meist 1980er bis 2000er
Klasse
E
HWB,SK (kWh/m²a)
≤ 200
Charakterisierung
Schlecht, typisch unsanierter Altbau
Klasse
F
HWB,SK (kWh/m²a)
≤ 250
Charakterisierung
Sehr schlecht
Klasse
G
HWB,SK (kWh/m²a)
> 250
Charakterisierung
Sanierungsbedürftig
02 / Klasse im Inserat
Diese Kennwerte gehören seit 1.7.2026 in jedes Inserat.
Seit der EAVG-Novelle 2026 (BGBl. I Nr. 38/2026, in Kraft seit 1.7.2026) sind in jeder Verkaufs- oder Vermietungsanzeige die Energieeffizienzklasse, der Heizwärmebedarf (HWB) und der Endenergiebedarf anzugeben; der fGEE ist als Inserats-Pflichtangabe entfallen. Alle drei Angaben stehen im Energieausweis: die Effizienzklasse und der HWB auf Seite 1 (Pfeil auf der Klassenskala und Kennwerteblock), der Endenergiebedarf bei den detaillierten Kennwerten auf der zweiten Seite. Für Energieausweise, die noch nach altem Recht ausgestellt wurden, dürfen im Inserat übergangsweise weiter HWB und fGEE stehen. Verantwortlich für die korrekte Übernahme der Werte sind Verkäufer, Vermieter und beauftragte Makler. Stand 1.7.2026, Quelle: RIS, BGBl. I Nr. 38/2026.
03 / Was ist ein guter HWB-Wert
Was zählt als „gut"?
„Gut" hängt vom Anlass ab. Für einen Neubau ist alles unter Klasse B (≤ 50 kWh/m²a HWB,SK) Mindestanforderung, wirklich gut wären A oder besser. Bei einem Bestandsgebäude im Verkauf gilt Klasse C als verkaufsfähig ohne Sanierungsdruck, D ist marktüblich für Häuser aus den 1980er–2000ern, ab E wird der Käufer in der Regel Sanierungsbudget einkalkulieren. Werte unter 50 kWh/m²a sind ohne thermische Hülle praktisch nicht erreichbar; alles über 200 ist ein klares Sanierungssignal.
04 / HWB,SK vs. HWBRef,RK
Zwei HWB-Werte, unterschiedliche Funktion.
Der Energieausweis weist zwei HWB-Werte aus. HWB,SK (am Standortklima) bezieht sich auf das reale Klima am Bauort, Wien hat ein anderes Klima als Innsbruck, und ist maßgeblich für die Effizienzklasse auf Seite 1. HWBRef,RK (am Referenzklima) ist der Heizwärmebedarf am virtuellen Referenzstandort Österreich und bestimmt die Anforderungen aus Bauordnung und Wohnbauförderung. Beide Werte stehen im Energieausweis. Für die Klasse zählt HWB,SK; für gesetzliche Mindestanforderungen zählt HWBRef,RK.
05 / HWB vs. Verbrauch
Der HWB ist nicht Ihre Heizkostenabrechnung.
Der HWB ist eine genormte Rechengröße, kein Messwert. Er wird für eine Norm-Innentemperatur von 22 °C (die kommende OIB-Richtlinie 6:2025 stellt auf 20 °C um) und ein standardisiertes Nutzerverhalten berechnet, damit Gebäude vergleichbar werden. Ihr tatsächlicher Verbrauch hängt zusätzlich davon ab, wie warm Sie heizen, wie viele Räume Sie nutzen und wie oft gelüftet wird. Dazu kommt die Systemgrenze: Der HWB ist Nutzwärme, also die Wärme, die in den Räumen ankommen muss. Ihre Heizung liefert mehr, weil bei Erzeugung, Speicherung und Verteilung Verluste entstehen (Heizenergiebedarf), und bezieht dafür Endenergie in Form von Gas, Pellets, Fernwärme oder Strom. Ein niedriger HWB bei hoher Gasrechnung ist deshalb kein Widerspruch, sondern oft ein Hinweis auf ineffiziente Anlagentechnik oder abweichendes Heizverhalten.
06 / Alle Kennzahlen
Die Kennzahlen des Energieausweises im Überblick.
Der Energieausweis enthält deutlich mehr als die Klasse. Diese Kennzahlen finden Sie auf den ersten beiden Seiten, jeweils in kWh pro m² Bruttogrundfläche und Jahr (CO₂ in kg):
Kennzahl
HWB
Was sie beschreibt
Heizwärmebedarf: Nutzwärme, die die Räume pro Jahr brauchen
Wo im Energieausweis
Seite 1 (Klassenskala) und Seite 2
Kennzahl
WWWB
Was sie beschreibt
Warmwasserwärmebedarf: normativ angesetzte Wärme für Warmwasser
Wo im Energieausweis
Seite 2
Kennzahl
HEB
Was sie beschreibt
Heizenergiebedarf: HWB plus Warmwasser plus Verluste der Haustechnik
Wo im Energieausweis
Seite 2
Kennzahl
EEB
Was sie beschreibt
Endenergiebedarf: die zu liefernde Energie, seit 1.7.2026 Inserats-Pflichtangabe
Wo im Energieausweis
Seite 2
Kennzahl
PEB
Was sie beschreibt
Primärenergiebedarf: Endenergie inklusive vorgelagerter Energieketten
Wo im Energieausweis
Seite 1 und 2
Kennzahl
CO₂
Was sie beschreibt
Kohlendioxidemissionen pro m² und Jahr, inklusive Vorketten
Wo im Energieausweis
Seite 1 und 2
Kennzahl
fGEE
Was sie beschreibt
Gesamtenergieeffizienz-Faktor: Vergleich zum Referenz-Neubau 2007
Wo im Energieausweis
Seite 1 und 2
07 / Endenergiebedarf
Was der Endenergiebedarf aussagt.
Der Endenergiebedarf (EEB) ist die Energiemenge, die dem Gebäude übers Jahr zugeführt werden muss: die Wärme für Heizung und Warmwasser inklusive aller Verluste der Anlagentechnik, dazu der Hilfsstrom für Pumpen und Regelung sowie bei Wohngebäuden ein pauschal angesetzter Haushaltsstrom. Von allen Kennzahlen kommt der EEB dem realen Energiebezug am nächsten; das ist der Grund, warum ihn die EAVG-Novelle 2026 zur Inserats-Pflichtangabe gemacht hat. Der EEB zeigt auch die Wirkung der Heizungswahl: Bei einer Wärmepumpe liegt er deutlich unter dem HWB, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme bereitstellt. Bei einem alten Kessel liegt er darüber, weil die Verluste dazukommen.
08 / PEB und CO₂
Primärenergie und Emissionen: die Kennzahlen hinter der Kette.
Der Primärenergiebedarf (PEB) rechnet den Endenergiebedarf um die vorgelagerte Energiekette hoch: Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers bis zum Gebäude. Jeder Energieträger hat dafür einen eigenen Konversionsfaktor, deshalb kann ein Gebäude mit identem Endenergiebedarf je nach Heizsystem sehr unterschiedliche PEB-Werte haben. Die CO₂-Kennzahl weist die Kohlendioxidemissionen in kg pro m² und Jahr aus, ebenfalls einschließlich der Vorketten. Beide Werte gewinnen an Gewicht: Förderstellen bewerten zunehmend die Emissionen, und die OIB-Richtlinie 6:2025 führt mit dem Nullemissionsgebäude eine eigene Treibhausgas-Kennzahl als Anforderungsgröße ein.
09 / fGEE
Was bedeutet fGEE?
Der Gesamtenergieeffizienz-Faktor fGEE drückt aus, wie effizient ein Gebäude im Vergleich zum Referenzwert für Neubauten 2007 ist. Ein fGEE von 1,00 bedeutet: das Gebäude entspricht dem Standard von 2007. Ein fGEE von 0,75 ist 25 % effizienter als der Referenz-Neubau, ein fGEE von 1,40 ist 40 % schlechter. fGEE bewertet das Gebäude als Gesamtsystem, Hülle plus Anlagentechnik (Heizung, Warmwasser, Kühlung, Lüftung, Hilfsstrom) und bezieht sich auf den Endenergiebedarf, nicht nur auf den Heizwärmebedarf. Eine moderne Wärmepumpe verbessert den fGEE deutlich, auch wenn der HWB unverändert bleibt. Im Inserat ist der fGEE seit 1.7.2026 keine Pflichtangabe mehr; im Energieausweis selbst und für Anforderungen aus Bauordnung und Förderung bleibt er relevant.
10 / fGEE-Klassen
fGEE-Werte und ihre Bedeutung.
Die fGEE-Klassen sind nicht 1:1 wie die HWB-Klassen, sie folgen dem Vergleich zum Referenz-Neubau 2007. Eine grobe Orientierung:
fGEE
≤ 0,55
Klasse-Äquivalent
A++ / A+
Bedeutung
Passiv- oder Niedrigstenergie mit erneuerbarer Anlagentechnik
fGEE
≤ 0,75
Klasse-Äquivalent
A
Bedeutung
Hocheffizient, meist Wärmepumpe oder Pellets in gut gedämmtem Gebäude
fGEE
≤ 0,85
Klasse-Äquivalent
B
Bedeutung
Klimaaktiv-Bronze-typisch, Neubau-Standard
fGEE
≤ 1,00
Klasse-Äquivalent
C
Bedeutung
Referenz-Neubau 2007
fGEE
≤ 1,30
Klasse-Äquivalent
D
Bedeutung
1990er-Standard, Gas-Brennwertheizung in saniertem Bestand
fGEE
≤ 1,75
Klasse-Äquivalent
E
Bedeutung
Unsanierter Altbau mit fossiler Heizung
fGEE
> 1,75
Klasse-Äquivalent
F / G
Bedeutung
Schlechte Hülle plus alte Anlagentechnik
11 / HWB vs. fGEE
Welcher Wert sagt was?
HWB beschreibt die Hülle, wie viel Wärme das Gebäude pro Jahr braucht, um warm zu bleiben. fGEE beschreibt das Gebäude inklusive Anlagentechnik im Vergleich zu einem Referenz-Neubau. Wenn Sie den HWB verbessern wollen, muss an der Hülle etwas geändert werden (Dämmung, Fenster, Lüftung). Wenn Sie den fGEE verbessern wollen, kann das auch über die Anlagentechnik passieren (Wärmepumpe statt Gas, PV-Anlage, Solarthermie). Für die Effizienzklasse auf Seite 1 zählt HWB,SK. Für viele Förderzusagen und gesetzliche Mindestanforderungen wird auch fGEE bewertet.
12 / Gut oder schlecht
Ist Ihre Energieklasse gut oder schlecht?
Ob eine Klasse als gut oder als schlecht gilt, hängt vom Anlass ab: Für einen Neubau gilt ein strenger Maßstab, für den Kauf eines Bestandsgebäudes ein milderer. Die Einordnung gilt für Haus und Wohnung gleichermaßen, weil sich die Klasse immer auf das gesamte Gebäude bezieht, nicht auf die einzelne Einheit.
Klasse
A++ / A+
Kurz-Urteil
sehr gut
Typisch für Haus und Wohnung
Passivhaus, Neubau mit erneuerbarer Anlagentechnik
Handlungsbedarf
keiner
Klasse
A
Kurz-Urteil
sehr gut
Typisch für Haus und Wohnung
effizienter Neubau, Wärmepumpe in gut gedämmter Hülle
Handlungsbedarf
keiner
Klasse
B
Kurz-Urteil
gut
Typisch für Haus und Wohnung
aktueller Neubau-Standard, sanierte Wohnung mit moderner Technik
Handlungsbedarf
keiner
Klasse
C
Kurz-Urteil
solide
Typisch für Haus und Wohnung
saniertes Haus der 1990er, kompakte Wohnung der 2000er
Handlungsbedarf
gering, ohne Sanierungsdruck verkaufsfähig
Klasse
D
Kurz-Urteil
marktüblich
Typisch für Haus und Wohnung
unsaniertes Einfamilienhaus 1980er–2000er, ältere Eigentumswohnung
Handlungsbedarf
Sanierung mittelfristig einplanen
Klasse
E
Kurz-Urteil
schwach
Typisch für Haus und Wohnung
unsanierter Altbau 1960er–1970er, Gründerzeitwohnung
Handlungsbedarf
Sanierungsbudget einkalkulieren
Klasse
F
Kurz-Urteil
schlecht
Typisch für Haus und Wohnung
Gründerzeitbau ohne thermische Sanierung
Handlungsbedarf
Sanierung empfohlen
Klasse
G
Kurz-Urteil
sehr schlecht
Typisch für Haus und Wohnung
sanierungsbedürftiger Bestand mit alter Heizung
Handlungsbedarf
Sanierungsobjekt
13 / Beispielgebäude pro Klasse
Was bedeutet Klasse C, D, E, F, G konkret?
Typische Bestände in Österreich, geordnet nach Klasse. Die Werte sind Erfahrungswerte aus der Befundung, der individuelle HWB hängt immer vom konkreten Gebäude, Sanierungsstand und Klimaregion ab.
- Klasse C (HWB,SK ≤ 100): saniertes Einfamilienhaus aus den 1990er-Jahren mit Außenwanddämmung und neuen Fenstern; oder kompakter, gut gedämmter Bau aus den 2000ern. Marktüblich, kein Sanierungsdruck.
- Klasse D (HWB,SK ≤ 150): typisches unsaniertes Einfamilienhaus aus den 1980er–2000ern mit Wärmedämmverbundsystem aus Originalbauzeit. Verkaufsfähig, aber Käufer denken über Sanierung nach.
- Klasse E (HWB,SK ≤ 200): unsanierter Altbau aus den 1960er–1970ern; Gründerzeit mit teilsaniertem Dach. Verkauf möglich, aber Heizkosten im roten Bereich.
- Klasse F (HWB,SK ≤ 250): klassischer Gründerzeitbau ohne thermische Sanierung; ungedämmtes Massivhaus mit alter Ölheizung. Käufer rechnen Sanierungsbudget ein, Banken hinterfragen oft die Finanzierung.
- Klasse G (HWB,SK > 250): sanierungsbedürftiges Bestandsobjekt, meist Gründerzeit mit fehlenden Sanierungen, ungedämmten Außenwänden, einfachverglasten Fenstern und alter Kohle-/Ölheizung. Verkauf nur mit deutlichem Preisabschlag oder als Sanierungsobjekt.
14 / Klasse nach Baujahr
Welche Klasse hat mein Haus vermutlich?
Faustregeln für unsanierte Wohngebäude in Österreich, als erste Orientierung vor der Berechnung. Es sind Erfahrungswerte aus der Befundung: Jede Sanierungsmaßnahme (Fenster, oberste Geschoßdecke, Fassade) verschiebt das Bild deutlich, und die Klasse hängt über HWB,SK auch von der Klimaregion ab.
Bauperiode
Gründerzeit bis 1918
Typischer HWB,SK unsaniert (kWh/m²a)
150–250 und mehr
Typische Klasse
E–G
Bauperiode
1919–1960
Typischer HWB,SK unsaniert (kWh/m²a)
140–220
Typische Klasse
E–F
Bauperiode
1961–1980
Typischer HWB,SK unsaniert (kWh/m²a)
125–180
Typische Klasse
D–E
Bauperiode
1981–1990
Typischer HWB,SK unsaniert (kWh/m²a)
100–150
Typische Klasse
C–D
Bauperiode
1991–2000
Typischer HWB,SK unsaniert (kWh/m²a)
75–120
Typische Klasse
C–D
Bauperiode
2001–2010
Typischer HWB,SK unsaniert (kWh/m²a)
50–80
Typische Klasse
B–C
Bauperiode
2011–2020
Typischer HWB,SK unsaniert (kWh/m²a)
25–50
Typische Klasse
A–B
Bauperiode
Neubau seit 2021 (NZEB)
Typischer HWB,SK unsaniert (kWh/m²a)
unter 25
Typische Klasse
A und besser
15 / Heizkosten abschätzen
Vom HWB zur Größenordnung der Heizkosten.
Aus HWB und Fläche lässt sich der Wärmebedarf grob abschätzen: Ein Haus mit HWB 120 kWh/m²a und 150 m² Bruttogrundfläche braucht rund 18.000 kWh Nutzwärme pro Jahr. Wie viel Energie Sie dafür einkaufen, entscheidet die Heizung: Ein Gas-Brennwertkessel mit einem Jahresnutzungsgrad um 0,9 bezieht dafür etwa 20.000 kWh Gas, eine Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 4 rund 4.500 kWh Strom. Multipliziert mit Ihrem Arbeitspreis je kWh ergibt das die Jahresheizkosten in erster Näherung; Warmwasser kommt dazu. Rechnen Sie dabei mit Abweichungen: Das reale Heizverhalten (Raumtemperatur, beheizte Fläche, Lüften) verschiebt den tatsächlichen Verbrauch häufig um ein Viertel und mehr, in beide Richtungen.
16 / Bezugsfläche
Warum sich alle Werte auf die Bruttogrundfläche beziehen.
Alle Kennzahlen im Energieausweis beziehen sich auf die konditionierte Bruttogrundfläche (BGF), also die beheizte Fläche einschließlich der Wände, nicht auf die Wohnnutzfläche. Die BGF liegt je nach Bauweise meist 15–25 % über der Wohnfläche. Wer den HWB auf die Wohnfläche umlegt, kommt deshalb auf entsprechend höhere Werte je m². Für den Vergleich zweier Energieausweise spielt das keine Rolle, beide verwenden dieselbe Bezugsfläche; beim Abgleich mit der eigenen Heizkostenabrechnung je m² Wohnfläche muss man den Unterschied aber mitdenken.
17 / Mindestanforderungen
Was Bauordnung und Förderung verlangen.
- Neubau: Niedrigstenergie-Standard (NZEB) seit 1.1.2021, typisch HWBRef ≤ 16 kWh/m²a für kompakte Gebäude bis 54,4 kWh/m²a für verwinkelte Gebäude
- Sanierungsschwellen bei größerer Renovierung, definiert über HWBRef-Sanierungsschwellen je A/V-Verhältnis
- Klimaaktiv-Bronze: HWBRef ≤ 30 kWh/m²BGFa für kompakte Gebäude (Standard für Wohnbauförderung in der Steiermark seit 1.9.2024; Stand 01.07.2026, Quelle: klimaaktiv.at, wohnbau.steiermark.at)
- Burgenländische Wohnbauförderung 2025: zusätzlich Ökokennzahl OI3 BG 1 (Stand 01.07.2026, Quelle: burgenland.at)
18 / Klasse verbessern
Was bringt welche Maßnahme?
Die größten HWB-Reduktionen kommen aus der Gebäudehülle: Außenwanddämmung (20–40 %), oberste Geschoßdecke (10–25 %), Fenstertausch auf Uw ≤ 1,1 W/m²K (8–15 %). Ein Klassensprung, etwa von D auf B, ist mit thermischer Sanierung in vielen Altbauten realistisch. Die fGEE-Klasse verbessert sich zusätzlich, wenn die Heizung gegen eine Wärmepumpe oder Pelletskessel getauscht wird; gleichzeitig sinken Endenergiebedarf und CO₂-Wert deutlich. Wir erstellen den Energieausweis für den Ist-Zustand und können die Auswirkung einzelner Maßnahmen vorab durchrechnen, Grundlage für Förderanträge wie Sanierungsbonus Kesseltausch (Stand 01.07.2026: nur Kesseltausch neu beantragbar) und Landesförderungen.
19 / Ausblick OIB-RL 6:2025
Was die OIB-Richtlinie 6:2025 bringt.
Die OIB-Richtlinie 6 in der Ausgabe 2025 setzt die neue EU-Gebäuderichtlinie um. Kernpunkte sind das Nullemissionsgebäude als neuer Neubaustandard, eine gestaffelt eingeführte Solarpflicht, Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Nicht-Wohngebäuden, der Renovierungspass als freiwilliges Instrument und eine eigene Treibhausgas-Kennzahl im Energieausweis. Für die Berechnung wichtig: Die Ausgabe 2025 rechnet mit einer Norm-Innentemperatur von 20 °C statt 22 °C, wodurch der Heizwärmebedarf rechnerisch um rund 12 % niedriger ausfällt; Werte nach 22 °C und 20 °C sind nicht direkt vergleichbar. Zusätzlich wird die Vor-Ort-Besichtigung für den Energieausweis ausdrücklich verpflichtend. Rechtlich verbindlich wird die Ausgabe 2025 aber erst, wenn die Bundesländer sie über ihre Bautechnikverordnungen übernehmen; das erfolgt im Lauf des Jahres 2026 zu je unterschiedlichen Zeitpunkten. Für heute ausgestellte Energieausweise gilt weiterhin die im jeweiligen Bundesland verbindliche OIB-Fassung (aktuell 6:2019 bzw. 6:2023, in Salzburg 6:2015). Stand 1.7.2026, Quelle: oib.or.at, klimaaktiv.at.
20 / Häufige Fragen
Häufige Fragen.
Welche Energieklasse ist gut?
Das hängt vom Anlass ab. Für einen Neubau ist Klasse B die Mindestanforderung, gut sind A und besser. Im Bestand gilt Klasse C als solide und verkaufsfähig ohne Sanierungsdruck, Klasse D ist marktüblich für unsanierte Häuser aus den 1980er- bis 2000er-Jahren. Ab Klasse E kalkulieren Käufer in der Regel ein Sanierungsbudget ein, F und G sind klare Sanierungsobjekte.
Was bedeutet Energieklasse D?
Klasse D umfasst einen Heizwärmebedarf von über 100 bis 150 kWh/m²a am Standortklima. Das ist die häufigste Klasse im österreichischen Bestand: typisch für unsanierte Einfamilienhäuser aus den 1980er- bis 2000er-Jahren. Ein Objekt in Klasse D ist normal verkaufsfähig, Käufer denken aber meist bereits über thermische Sanierung nach.
Welche Angaben müssen seit 1.7.2026 ins Inserat?
Seit der EAVG-Novelle 2026 sind in jeder Verkaufs- oder Vermietungsanzeige die Energieeffizienzklasse, der Heizwärmebedarf (HWB) und der Endenergiebedarf anzugeben. Der fGEE ist als Inserats-Pflichtangabe entfallen. Für Energieausweise, die noch nach altem Recht ausgestellt wurden, dürfen übergangsweise weiterhin HWB und fGEE im Inserat stehen.
Wo finde ich die Energieklasse im Energieausweis?
Auf Seite 1: Der Pfeil auf der Klassenskala zeigt die Effizienzklasse nach dem Heizwärmebedarf am Standortklima (HWB,SK), darunter stehen HWB, Primärenergiebedarf, CO₂-Emissionen und fGEE als Zahlenwerte. Der Endenergiebedarf, seit 1.7.2026 ebenfalls Inserats-Pflichtangabe, steht bei den detaillierten Kennwerten auf der zweiten Seite.
Ist der HWB mein tatsächlicher Energieverbrauch?
Nein. Der HWB ist eine genormte Rechengröße: berechnet für eine Norm-Innentemperatur und ein Standard-Nutzerverhalten, ohne individuelle Gewohnheiten. Der tatsächliche Verbrauch weicht davon häufig deutlich ab, je nachdem wie warm Sie heizen, welche Räume Sie nutzen und wie effizient Ihre Heizung arbeitet. Der Wert macht Gebäude vergleichbar, er ersetzt keine Heizkostenabrechnung.
Was ist der Unterschied zwischen HWB und Endenergiebedarf?
Der HWB ist die Nutzwärme, die die Räume übers Jahr brauchen, um warm zu bleiben, eine reine Gebäudehüllen-Kennzahl. Der Endenergiebedarf ist die Energie, die dafür tatsächlich geliefert werden muss: Heizwärme und Warmwasser inklusive aller Verluste der Anlagentechnik plus Hilfs- und pauschalem Haushaltsstrom. Bei einer Wärmepumpe liegt der Endenergiebedarf deutlich unter dem HWB, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme macht.
Welche Klasse hat ein unsaniertes Haus aus den 1970er-Jahren?
Erfahrungsgemäß Klasse D bis E, mit einem HWB am Standortklima von etwa 125 bis 180 kWh/m²a. Jede spätere Maßnahme verschiebt das Bild: neue Fenster, gedämmte oberste Geschoßdecke oder eine Fassadendämmung bringen solche Häuser oft in Klasse C. Verlässlich klärt das nur die Berechnung nach Befundung am Objekt.
Kann ich die Energieklasse selbst berechnen?
Online-Rechner liefern grobe Schätzungen, aber keinen gültigen Energieausweis. Die Klasse ergibt sich aus einer normgerechten Berechnung nach OIB-Richtlinie 6, für die Bauteilaufbauten, Fenster, Geometrie und Haustechnik fachlich erhoben werden. Der Aussteller haftet nach § 6 EAVG für die Richtigkeit der Werte, deshalb gehört eine Befundung vor Ort dazu.
Ist der HWB dasselbe wie die Heizlast?
Nein. Der HWB ist der Jahres-Energiebedarf in kWh pro m² und Jahr, eine Effizienz-Kennzahl fürs ganze Jahr. Die Heizlast ist die benötigte Leistung in Kilowatt am kältesten Auslegungstag, berechnet nach ÖNORM H 7500. Nach ihr wird eine Wärmepumpe oder Fußbodenheizung dimensioniert. Der Energieausweis enthält die Heizlast nicht, wir berechnen sie separat.
Wie lange gilt die ausgewiesene Energieklasse?
So lange wie der Energieausweis selbst: zehn Jahre ab Ausstellung. Nach umfassenden Sanierungen, Heizungstausch oder Zubau empfiehlt sich ein neuer Energieausweis auch früher, weil sich Klasse und Kennwerte deutlich verbessern können und der alte Energieausweis das Gebäude dann schlechter darstellt, als es ist.
Ist Energieklasse B bei einer Wohnung gut?
Ja. Klasse B ist der aktuelle Neubau-Standard und gilt bei Wohnung wie Haus als gut: niedriger Heizwärmebedarf, ohne Sanierungsdruck verkaufs- und vermietbar. Die Klasse bezieht sich dabei immer auf das gesamte Gebäude, nicht auf die einzelne Wohnung, weil der Energieausweis die Gebäudehülle und die zentrale Anlagentechnik gemeinsam bewertet.
Ist Energieklasse D oder E schlecht?
Weder gut noch alarmierend. Klasse D ist im österreichischen Bestand marktüblich und normal verkaufsfähig, Klasse E gilt als schwach: Der Heizwärmebedarf ist spürbar höher, Käufer kalkulieren in der Regel ein Sanierungsbudget ein. Ab Klasse D lohnt es sich, die sinnvolle Reihenfolge der Sanierungsschritte zu kennen.
Sie brauchen die Kennwerte für Inserat oder Verkauf?
Adresse und Gebäudetyp angeben, Sie bekommen ein Festpreis-Angebot. Der Energieausweis liefert alle Pflichtangaben für Inserat und Vertrag, erstellt mit Befundung vor Ort.