Energieausweis360°

Heizlastberechnung

Heizlastberechnung
für Wärmepumpe & Fußbodenheizung.

Die Heizlast ist die Leistung in Kilowatt, die Ihr Gebäude am kältesten Tag braucht. Sie ist die Grundlage jeder richtig dimensionierten Wärmepumpe, Fußbodenheizung und Heizkörperauslegung, berechnet nach ÖNORM H 7500. Der Energieausweis enthält sie nicht, wir berechnen sie separat.
Bundesländer
9von 9
Begehung
vor Ort
Antwort
innerhalb24 Stunden
Ausstellung
5–10Werktage
Gültigkeit
10Jahre

01 / Grundlagen

Was ist die Heizlast?

Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die ein Gebäude oder ein einzelner Raum am kältesten Auslegungstag benötigt, um die gewünschte Innentemperatur zu halten. Sie wird in Kilowatt (kW) angegeben und setzt sich aus den Transmissionswärmeverlusten über die Bauteile und den Lüftungswärmeverlusten zusammen, bewertet bei der Norm-Außentemperatur. In Österreich wird sie nach ÖNORM H 7500-1 berechnet, der nationalen Ergänzung zur europäischen Norm EN 12831; beide gelten zusammen. Anders als der Jahresverbrauch beschreibt die Heizlast den einen Spitzenmoment, für den die Heizung ausgelegt sein muss.

02 / Abgrenzung

Heizlast und Energieausweis sind zwei verschiedene Größen.

Beide Werte klingen ähnlich und werden oft verwechselt. Sie beschreiben aber Unterschiedliches: Der Energieausweis bewertet die Effizienz über das Jahr, die Heizlast sagt, welche Leistung die Heizung im kältesten Fall bringen muss. Der Energieausweis enthält keine Norm-Heizlast.

HeizlastEnergieausweis (HWB)
GrößeLeistung in Kilowatt (kW)Jahres-Energiebedarf in kWh/m²a
BeantwortetWie groß muss die Heizung sein?Wie effizient ist das Gebäude über das Jahr?
BezugsfallKältester Auslegungstag, Norm-AußentemperaturStandortklima über ein ganzes Jahr
GrundlageÖNORM H 7500-1 mit EN 12831EAVG 2012 und OIB-Richtlinie 6
Wofür gebrauchtWärmepumpe, Fußbodenheizung, Heizkörper dimensionierenVerkauf, Vermietung, Neubau, Förderung

03 / Wärmepumpe

Warum die Wärmepumpe die richtige Heizlast braucht.

Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten, wenn ihre Leistung zur tatsächlichen Heizlast des Gebäudes passt. Wird sie zu groß gewählt, deckt sie den Bedarf schon nach kurzer Laufzeit und schaltet ständig ein und aus. Dieses Takten senkt die Jahresarbeitszahl, treibt den Stromverbrauch und verkürzt die Lebensdauer. Wird sie zu klein gewählt, springt an den kältesten Tagen der elektrische Heizstab ein, der teuer heizt. Die Heizlast liefert den Auslegungspunkt, an dem sich die Wärmepumpe orientiert, gemeinsam mit einer möglichst niedrigen Vorlauftemperatur, die den effizienten Betrieb erst ermöglicht.

04 / Fußbodenheizung

Fußbodenheizung wird raumweise ausgelegt.

Eine Flächenheizung wie die Fußbodenheizung gibt ihre Wärme über eine große, niedrig temperierte Fläche ab. Ob diese Fläche in jedem Raum ausreicht, entscheidet die raumweise Heizlast. Aus ihr ergeben sich die nötige Vorlauftemperatur, der Verlegeabstand der Rohre und die Länge der Heizkreise. Je niedriger die Vorlauftemperatur ausgelegt werden kann, desto effizienter arbeitet eine Wärmepumpe dazu. Ohne raumweise Heizlast bleibt die Auslegung eine Schätzung, mit ihr wird sie belastbar.

05 / Anlässe

Wann Sie eine Heizlastberechnung brauchen.

Immer dann, wenn eine Heizung oder ein Teil davon neu ausgelegt wird. Der Energieausweis reicht dafür nicht, er beantwortet eine andere Frage. Typische Anlässe:

  • Einbau einer Wärmepumpe, für die passende Dimensionierung statt Faustregel
  • Auslegung einer Fußboden- oder Flächenheizung, raumweise
  • Tausch oder Neudimensionierung einzelner Heizkörper
  • Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B, der auf der raumweisen Heizlast aufbaut
  • Neubau und Haustechnikplanung, als Grundlage für die Anlagentechnik

06 / Ablauf

Aus einer Datenerhebung, gemeinsam mit dem Energieausweis.

Grundlage der Heizlastberechnung sind die Gebäudehülle, die Bauteilaufbauten und die Nutzung, im Bestand am verlässlichsten über eine Begehung erhoben. Genau diese Daten nehmen wir für den Energieausweis ohnehin auf. Viele Kundinnen und Kunden wissen nicht, dass wir die Heizlast dazu berechnen können: Wer bei uns einen Energieausweis erstellen lässt und eine Wärmepumpe oder Fußbodenheizung plant, bekommt die Heizlast im selben Zug, ohne zweite Datenaufnahme. Ebenso als eigenständige Leistung, wenn kein Energieausweis ansteht.

07 / Häufige Fragen

Häufige Fragen.

  • Steht die Heizlast im Energieausweis?

    Nein. Der Energieausweis weist den Heizwärmebedarf (HWB) aus, den Jahres-Energiebedarf in kWh pro m² und Jahr. Die Heizlast ist etwas anderes: die benötigte Leistung in Kilowatt am kältesten Auslegungstag. Nach dieser Leistung wird eine Heizung dimensioniert. Der Energieausweis liefert dafür keinen Wert, die Heizlast wird nach ÖNORM H 7500 gesondert berechnet.

    HWB und fGEE im Detail

  • Wonach wird die Heizlast berechnet?

    Nach ÖNORM H 7500-1, der österreichischen Ergänzung zur europäischen Norm EN 12831. Berechnet werden die Transmissions- und Lüftungswärmeverluste des Gebäudes bei der Norm-Außentemperatur, also im kältesten anzunehmenden Fall. Die Norm-Außentemperatur ist standortabhängig: für Wien liegt sie bei etwa −12 °C, in alpinen Lagen deutlich darunter.

  • Brauche ich für eine Wärmepumpe eine Heizlastberechnung?

    Sie ist der fachlich richtige Ausgangspunkt. klimaaktiv empfiehlt die Heizlastberechnung als Qualitätsstandard jeder Wärmepumpen-Installation. Ohne sie wird die Wärmepumpe meist zu groß gewählt: Sie taktet dann häufig, arbeitet ineffizienter und verschleißt schneller. Eine zu klein gewählte Wärmepumpe heizt an kalten Tagen über den teuren Heizstab nach.

  • Raumweise Heizlast oder für das ganze Gebäude?

    Das hängt vom Zweck ab. Für die Gesamtdimensionierung einer Wärmepumpe genügt oft die Gebäude-Heizlast. Für die Auslegung einer Fußbodenheizung, den Tausch einzelner Heizkörper und für den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B wird die Heizlast raumweise gebraucht, also für jeden Raum einzeln.

  • Ersetzt die Heizlastberechnung den hydraulischen Abgleich?

    Nein, aber sie ist dessen Grundlage. Der genaue hydraulische Abgleich (Verfahren B) baut auf der raumweisen Heizlast auf und verteilt daraus die Wassermengen auf die einzelnen Heizkreise. Ohne raumweise Heizlast bleibt nur das vereinfachte Verfahren A.

  • Machen Sie die Heizlast gemeinsam mit dem Energieausweis?

    Ja. Für den Energieausweis erheben wir bei der Vor-Ort-Begehung ohnehin die Gebäudehülle, Bauteile und Haustechnik. Diese Daten sind zugleich die Basis der Heizlastberechnung. Beides aus einer Erhebung spart die zweite Datenaufnahme und damit Aufwand.

    So läuft die Erstellung ab

  • Was kostet eine Heizlastberechnung?

    Das hängt von Gebäudegröße, Datenlage und davon ab, ob raumweise oder gebäudeweise gerechnet wird, ein Pauschalpreis wäre unseriös. Wird die Heizlast gemeinsam mit dem Energieausweis erstellt, entfällt die zweite Datenerhebung. Ein konkretes Angebot erhalten Sie nach dem Erstgespräch.

Heizlast berechnen lassen?

Ob für eine Wärmepumpe, eine Fußbodenheizung oder gemeinsam mit dem Energieausweis: Umfang und Ablauf klären wir im Erstgespräch. Rufen Sie an oder hinterlassen Sie Ihre Kontaktdaten.